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Termine

BEAUTY DÜSSELDORF 2020

Internationale Fachmesse für Kosmetik, Beauty & Wellness

Vom 18. bis 20. September 2020
Ort: Messe Düsseldorf

Information & Anmeldung: www.beauty.de



European HEALTH & SPA AWARD 2020
Die Oscars der Wellness- & Spa-Branche
Auszeichnung für die Besten! 

Am 22. Oktober 2020
Ort: Grand Hotel Wien

Eine unabhängige Jury hat nach einem zweistufigen Verfahren die besten europäischen Spas, Thermen, Day Spas, Kuranstalten, Medical Spas, Treatments und innovativsten Produkte ausgewählt.
Informationen zu den Nominierten und Gewinnern von 2019 unter www.health-spa-award.com


Interbad 2020
Internationale Fachmesse für Schwimmbad, Sauna und Spa mit Kongress für das Badewesen

Vom 27. - 30.10.2020
Ort: Messe Stuttgart

Weitere Informationen auf der Webseite

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Design & Technik

Die Kraft der Sonne

Ständig ist die Rede vom Energiewandel und der Gewinnung von Energie aus alternativen Quellen, den sogenannten erneuerbaren Energiequellen, denn die fossilen sind bereits am Auslaufen und sollten auch nicht weiter ausgebeutet werden. Doch wie sieht es aus bei den großen Energieverbrauchern wie den Wellness-Hotels oder Thermen?

© Vital und Welnesszentrum Sansunn

© Vital und Welnesszentrum Sansunn

© EurothermenResorts

Auch Thermen bieten sich an für Solaranlagen und auch Photovoltaik. © EurothermenResorts

© Sportcamp Woferlgut, Austria Solar

Hallenbad im Sportcamp Woferlgut © Sportcamp Woferlgut, Austria Solar

© Roger Hackstock

© Roger Hackstock

Wir wollen den Status Quo genauer erheben und die Möglichkeiten, die es gibt, um Solar- oder Sonnenenergie zu nützen. Aufgrund des enormen Energieverbrauchs ist dies wichtiger denn je – aber auch angesichts der Diskussion über die CO2-Emissionen.

Der Klimawandel ist keine Fiktion, die noch weit entfernt scheint – nein, der Kollaps kündigt sich bereits an und damit erübrigt sich die folgende Frage: Macht es überhaupt Sinn, erneuerbare Energiequellen zu nutzen?
Ja, und dies ist längst erwiesen – nur in der Umsetzung gibt es noch Probleme, und warum dem so ist, wollen wir hier genauer betrachten.

Während es 2015 noch hieß, dass laut CCCA (Climate Change Centre Austria, cca.ac.at) die globalen Emissionen nicht mehr gestiegen wären, so hat das nach dem Pariser Klimagipfel 2017 wieder ganz anders ausgesehen, denn hier ergaben die Studien einen deutlichen Anstieg von CO2  – bis 2030 könnten es sogar bis zu 20 % sein. Das ist alarmierend und benötigt konsequentes Handeln. Weg vom theoretischen Diskurs über den Technologiewandel und „green Technology“ und hin zur konkreten Umsetzung!


Vorweg muss allerdings angemerkt werden, dass die erneuerbaren Energien im Gesundheitstourismus bereits angekommen sind, „denn alleine die Förderung von Solarenergie wird in der Hotellerie von einem Drittel bereits in Anspruch genommen“, verrät DI. Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar. Daran wird aber auch deutlich, dass es noch Platz für Wachstum gibt. Unter anderem belegen Projekte wie das Vital- und Wellnesszentrum Samsunn in Mariapfarr (A)  die Sinnhaftigkeit von Solarsystemen auch bei Wellness-Einrichtungen. Der Neubau, mit einem Volumen von 3,8 Mio. Eur.,  „wurde mit einer 112 m2 großen Solaranlage ausgestattet, die in die Fassade integriert wurde und teilweise freisteht. Zusätzlich wurde auch eine Photovoltaikanlage integriert, die 21.000 kWh Strom pro Jahr produziert und 6.000 Liter Speichertanks, um die Energie länger verfügbar zu haben. Darüber hinaus heizen wir mit Fernwärme und einer Wärmepumpe, die von der Gemeindequelle gespeist wird,“ erklärt Christian Moser, Bademeister im Samsunn. Das Einsparungspotential liegt hier bei fast 1.500,- Eur. bei Energiekosten von ca. 25.000,- Eur. jährlich. Man könnte an dieser Stelle noch viele weitere Projekte anführen, eines ist aber unbedingt noch hervorzuheben – das Sportcamp Woferlgut in Bruck (A). Herr Wolfgang Hofer, der Eigentümer, ist mit der Anlage von der Firma BES (Building Energie Solutions) derzeit sehr zufrieden, da er die errechneten Ziele erreichen wird. „Es gibt jedoch noch keinen optimalen Vergleich, da die Anlage noch keine zwei Jahre alt ist, und es dauert auch ein wenig, bis alles ideal eingestellt ist“, erklärt Hofer im Gespräch. Verwendet wird die Anlage für das Hotelgebäude und die „Badewelten“, und hier für Heizung, Wasserwärme, Schwimmbad, Lüftung und zur Anspeisung des Erdspeichers. „Zusätzlich werden bestehende Energiesysteme kombiniert, wie Flüssiggas und eine Grundwasserwärmepumpe“, so Hofer. Doch es gibt mehrere Möglichkeiten, alternative Energieformen zu nutzen.

 

Infobox 1

Fakten, die für Solarenergie sprechen:

  • Eine langfristige Investition und der Lebenszyklus einer Anlage betragen bis zu 30 Jahre und mehr.
  • Die Amortisation der Anlage kann durch einen hohen Nutzungsgrad der erzeugten Energie gesteuert werden.
  • PV-Strom (Photovoltaik) ist wandelbar in jede beliebige Energienutzungsform  – und das CO2-frei.
  • Die Anlagen werden gefördert; mehr dazu unter www.solarwaerme.at/foerderuebersicht-betrieblich, www.klimafonds.gv.at/ausschreibungen, www.pvaustria.at/forderungen
  • Sie senken ihre eigenen Stromkosten, indem Sie den Strom selbst erzeugen.
  • Sie sind unabhängiger von anderen Energieerzeugern – durch ihre eigene Speicheranlage.
  • Sie tragen zur Wertsteigerung Ihrer eigenen Immobilie bei.
  • Die Anlagen sind sehr wartungsarm, damit halten Sie die laufenden Kosten gering.
  • Die Anlagen werden immer günstiger und liegen bei etwa 1.200,- Eur. pro kWp.
  • Last but not least: Sie produzieren ökologischen Strom.

 

Welche Technologien stehen zur Verfügung? Solarenergie ist eine Option von mehreren, die zur Verfügung stehen. Derzeit am Markt verfügbar sind Biomasse, Wärmepumpen, Windkraft, und auch die Geothermie und die Solarenergie offerieren auch noch zwei unterschiedliche Technologien. Wir wollen uns hier aber auf die solare Energieerzeugung konzentrieren und die eventuell notwendigen Kombinationen, die die Nutzung sinnvoll machen. Die Solarthermie-Anlage dient ausschließlich zur Warmwassererzeugung und die Photovoltaik zur Stromerzeugung aus Sonnenenergie. Um einen höheren Wirkungsgrad zu erzielen, ist es sinnvoll, die Anlage zu kombinieren, um die Solarenergie zu speichern und damit ausreichend Energie zur Verfügung zu stellen, wenn die Sonne nicht scheint. „Denn der Wirkungsgrad einer Solarthermie-Anlage liegt derzeit bei 60 bis 70 % und die Photovoltaik liefert bis 20 %, je nach Material der Solarzelle“, meint Dr. Gottfried Eder, Leitung Produktmanagement und Akademie von Viessmann Österreich. 

Das ist einer jener Gründe, warum man sich dann doch für andere Systeme entscheidet, da die Investitionskosten gerade bei Solarthermie und auch Photovoltaik zwar deutlich gesunken, aber immer noch beträchtlich sind, zusätzlich ist man auch von schwankender Sonnenbestrahlung abhängig. Doch dank der Förderungen, die zur Verfügung stehen, können die Kosten deutlich gesenkt werden. Zur Erklärung: Die Photovoltaikanlage besteht aus verglasten Modulen, die Solarzellen beinhalten, welche Strom erzeugen. Wie schon erwähnt, empfiehlt sich hier die Kombination mit anderen Energiesystemen und die Installation eines Speichers, der die Produktion des Stroms tagsüber zwischenspeichert, um sie in der Nacht wieder verfügbar zu machen. Damit erhöht man den Eigenverbrauch und vermeidet die Einspeisung in das Stromnetz, die zu gewissen Zeiten eventuell gar nicht sinnvoll sind.  Die Solarthermie-Wärme wird  erzeugt – entweder mit Flachkollektoren oder Vakuum-Röhrenkollektoren, die die Wassertemperatur auf bis zu 90°C erwärmen können, elastische Matten jedoch nur bis zu 30 Grad. „Diese sogenannten Solarabsorbermatten werden fast ausschließlich in öffentlichen Freizeitbädern eingesetzt, in Kombination mit Wärmepumpenanlagen. Der Vorteil sind die günstigen Kosten von 100,- Eur. pro Quadratmeter Mattenfläche“, meint Ing. Manfred Mair von AST Eis- u. Solartechnik.

Wird viel Energie benötigt, empfiehlt sich, wie schon erwähnt, eine Kombination zu verwenden. Im Falle von erneuerbaren Energien: Holz, Biogas oder Großwärmepumpen. Will man allerdings gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen, ist ein Blockheizkraftwerk sinnvoll.

Es sei auch kurz erwähnt, dass Österreich gerade in der Solarthermie mit der größten Kollektorproduktion Europas bereits 1978 Pionierleistungen vollbracht hat. Weltweit wurde österreichisches Know-how eingesetzt. Dies hatte zur Folge, dass 2018 5,1 Millionen Quadratmeter Sonnenkollektoren in Österreich in Betrieb waren – das entspricht einem Nutzwärmeertrag von rund 2.100 GWh und einer Vermeidung von rund 430.000 Tonnen CO2. „Heute decken ca. 300.000 Solarwärmeanlagen in ganz Österreich insgesamt 2% des Energiebedarfs“, fasst Hackstock die aktuelle Situation zusammen. Doch auch wenn die Zahlen beindruckend wirken, sind sie nicht genug, denn drohen durch die Klimaschutzverträge hohe Strafzahlungen.

Global ist der Tourismus auch für den Klimawandel mit verantwortlich – mit rund 5% CO2 Emissionen (UNWTO/UNEP/WMO 2008). Für Österreich und auch Deutschland gibt es leider keine genauen Untersuchungen, aber nach Schätzungen aus dem Jahr 2003 beträgt der CO2-Ausstoß für den Wintertourismus pro Saison ca. 3,9 Mio. Tonnen. Das sind immerhin 5,6 % der gesamten österreichischen Treibhausgase aus dem Jahr 2001, und diese Werte sind deutlich gestiegen in den letzten Jahren.

Wer sollte eine Solaranlage nutzen?
Gerade Hotels, und im Speziellen Wellness-Hotels, sind große Energieverbraucher, und Kosten spielen hier eine wichtige Rolle. Daher sollte man in so einem Fall unbedingt nachdenken, ob man sich für eine Solaranlage entscheidet. Die Vorteile, die für Sonnenenergie sprechen, finden Sie in der Infobox. Die Lage ist natürlich auch entscheidend und muss von Fall zu Fall betrachtet werden. Generell ist Österreich und auch der Süden Deutschlands mit ausreichender Strahlungsintensität versorgt. Wichtig ist natürlich auch genügend Dachfläche, eine Ausrichtung dieser von Südost bis Südwest, und nicht zu vergessen ist die Speicherfläche. Hackstock ergänzt dazu noch: „Hotels und Thermen bieten perfekte Voraussetzungen für Solaranlagen, weil fast ganzjährig eine beständige Wärmeabnahme erfolgt. Warmes Wasser wird fast immer gebraucht – von der Küche und Wäscherei, über die Zimmer bis hin zum Spa-Bereich.“

Montage
Der Vorteil bei Photovoltaik wie auch Solarthermie-Kollektoren ist die Nutzung bereits verbauter Fläche. Das bedeutet, gut eignen sich Dachflächen, um Flachkollektoren wie auch Röhrenkollektoren zu montieren, aber es geht auch an Wänden. „Allerdings benötigen thermische Solaranlagen ab einer gewissen Größe eine Baubewilligung. Eine wichtige regulative Voraussetzung ist die OIB-Richtlinie, die bei Neubau, Umbau und Sanierung von Gebäuden unter gewissen Bedingungen die Nutzung erneuerbarer Energie vorschreibt“, erklärt Hackstock. Die Neigung der Kollektoren oder Module sollte zwischen 20° und 60° betragen. Diese Technologien bieten auch Schutz vor Überhitzung und stellen somit eine optimale und sichere Technik zur Energieerzeugung dar.

Förderungen & Kosten
Prinzipiell ist festzuhalten, dass die Preise für Photovoltaikanalgen von 2009 bis 2015 um 75% gesunken sind – eine durchaus positive Entwicklung. „Die Photovoltaik kommt derzeit auf 130,- Eur./m2 und Solarthermie auf 200,- Eur./m2“ meint Eder. Anders dargestellt sind es ca. 1.500,- Eur. pro kWp (Kilowatt-Peak) bei einer Erzeugung von ungefähr 1.000 kWh/m2 pro Jahr. Das kann natürlich variieren, abhängig von der Neigung und der Temperatur, Sonnenbestrahlung und dem Zelltyp. Das ergibt Stromerzeugungskosten von etwa 15 bis 18ct/kWh. Daher ist es entscheidend, für welchen Typ der Energieerzeugung man sich entscheidet, da die Kosten variieren, denn eine Solarthermie-Anlage mit Flachkollektoren ist die günstigere Variante, Vakuumröhrenkollektoren sind um etwa 30% teurer und die Photovoltaik liegt darunter. Überlegungen vor der Planung, welche Form der Energieerzeugung benötigt wird, sind sinnvoll, um die Investition im Rahmen zu halten. „Mit einem Quadratmeter Kollektorfläche können jedenfalls 60-80 Liter Öl oder 60-80 Kubikmeter Erdgas eingespart werden, die man nicht mehr einkaufen muss  – und das über Jahrzehnte. Solarwärme hat den Vorteil, dem Hotel- und Thermenbesitzer langfristig planbare Energiekosten für Wärme zu bieten. Da im Betrieb fast keine laufenden Energiekosten mehr anfallen, hat sich die Solaranlage einmal amortisiert“, so Hackstock abschließend. Auch DI. (FH) Friedrich Rois von GREENoneTEC Solarindustrie resümiert: „Sämtliche Vorteile beim Einsatz erneuerbarer Energie gelten selbstverständlich auch hier. Von der Substitution fossiler Brennstoffe bis hin zur Reduzierung bzw. Optimierung des Eigenverbrauchs und diverser Umweltaspekte.“

Im Rahmen des Klima- und Energiefonds können in Österreich zentral Förderungen beantragt werden, in Deutschland regeln das Angebot das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die Photovoltaik-Förderung der KfW-Bank (Kreditbank für Wiederaufbau) wie regionale Solar-Förderungen. Aber auch in Österreich gibt es nach Bundesländern unterschiedliche Förderungsmodelle. Für die Großanlagenförderung stehen in Österreich derzeit 2,6 Mio. Eur. zur Verfügung.

Weitere Informationen unter www.solarwaerme.at und www.klimafonds.gv.at

 

Infobox 2

Die Dimensionierung:

Die richtige Dimension einer Anlage hängt natürlich vom definierten Energieverbrauch ab. Danach richtet sich die Größe. In Österreich, wie auch im südlichen Deutschland, liegt die Energieproduktion bei 900 bis 1.300 kW/m2. Das nimmt ab, je weiter nördlich man geht.

 

 

©  WELLNESSWORLD Business 3-4 / 2019