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Ausgabe 3-4 / 2020 © Pixabay.com
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Termine

5. Pioneers of Change Online Summit
Von 11. bis 23. März 2021

Wandel bewirken im Angesicht von Krise und Kollaps:

Visionär*innen und Zukunftsgestalter*innen wie Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, UN-Friedensbotschafterin Jane Goodall, Autor und Hirnforscher Gerald Hüther, Regisseurin Teresa Distelberger, Ökonomie-Professorin und Erfinderin der Donut-Ökonomie Kate Raworth uvm.

Anmeldung


European HEALTH & SPA AWARD 2021

Die Oscars der Wellness- & Spa-Branche
Auszeichnung für die Besten! 

Im Oktober 2021
Ort: wird bekannt gegeben

Eine unabhängige Jury hat nach einem zweistufigen Verfahren die besten europäischen Spas, Thermen, Day Spas, Kuranstalten, Medical Spas, Treatments und innovativsten Produkte ausgewählt.
Informationen zu den Nominierten und Gewinnern von 2019 unter www.health-spa-award.com


Interbad 2021
Internationale Fachmesse für Schwimmbad, Sauna und Spa mit Kongress für das Badewesen

Vom 21. - 24.09.2021
Ort: Messe Stuttgart

Weitere Informationen auf der Webseite

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BEAUTY DÜSSELDORF 2022

Internationale Fachmesse für Kosmetik, Beauty & Wellness

Vom 4. bis 6. März 2022
Ort: Messe Düsseldorf

Information & Anmeldung: www.beauty.de

Hygiene-Maßnahmen (Checkliste)

News

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Wellnessgeschichte(n) der letzten 10-Jahre

Was sind schon zehn Jahre in der Menschheitsgeschichte? In der Wellnessbranche jedoch waren die letzten 10 Jahre nahezu revolutionär, betrachtet man die Entwicklungen der letzten Zeit.

© Bad Füssing

© Bad Füssing

© Falkensteiner Balance Resort

Wellness 3.0, achtsame und ganzheitliche Pflege des Körpers, der Seele und des Geistes. © Falkensteiner Balance Resort

© Falkensteiner Balance Resort

Ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein verändert die Ansprüche an Wellness-Anbieter. © Falkensteiner Balance Resort

War Wellness noch vor zehn Jahren sehr einfach in ein Hotel zu implementieren, das vielleicht ohnehin schon einen Pool im Haus hatte, so ist es heute ein sehr anspruchsvolles Konzept geworden. Doch der Reihe nach, wie war das damals, als die Gäste zur Erholung kamen und darunter üppig Essen und Trinken mit zwischendurch ein wenig Schi fahren, oder wandern in der Natur, jedoch meist entspannen am Pool und Nichtstun meinten? Vor allem Sporthotels stellten auf All-Inklusiv-Preise um, und der Gast musste sich kaum mehr aus dem Haus bewegen, bekam regelmäßig zu essen, rekelte seinen Körper in der Sonne und ab und zu im kühlen Nass des Swimmingpools, oder danach im SPA.
Ja sogenannte SPAs, wie die neue Einrichtung im Hotel kurz genannt wurde, gab es auch schon zahlreich. Weder Gast noch Hotelier wussten damals, wo das Wort herkam, aber schnell wurden Etymologien erfunden und kreative Ideen in die Welt gesetzt, um dem Gast das SPA oder den Wellnessbereich attraktiv erscheinen zu lassen. Doch bestand der sogenannte Wellnessbereich oft nur aus einem Pool, einer Saunakabine, und vielleicht gab es auch noch einen Treatment-Raum und einen Whirlpool. Völlig losgelöst von der Anzahl der Sterne, die am Eingang leuchteten, war das SPA oft eine triste Angelegenheit. Dies führte dann auch zu eigenartigen Situationen in manchen Hotels, da mancherorts kurz nach der Eröffnung des SPAs es auch gleich wieder geschlossen werden musste, da – wie könnte es anders sein?– der finanzielle Erfolg ausblieb und die Kosten für den Betrieb oft schwindelnde Höhen erreichte, oder technische Mängel vorlagen.


Wellness 1.0

In diesen Zeiten spielte es auch noch keine Rolle, wenn man sich richtig gehen ließ und im Urlaub auch ein paar Pfunde zulegte. Endlich mal nichts tun und ausspannen war die Devise, und Wellness erfüllte darin hervorragend seinen Zweck, denn man konnte dadurch den hektischen Kreislauf des Arbeitsalltags unterbrechen und herrlich in den Tag hineinleben. Kaum die Rede damals noch von Burn-out und von überforderten ArbeitnehmerInnen aufgrund der radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt. Die Welt schien damals sowohl für Gäste wie auch die TouristikerInnen in Ordnung, denn es begann ein Boom, den man mit Wellness 1.0 zusammenfassen kann, der zu der Zeit vielen nicht klar war, und der rasch Veränderungen in der Hotellerie mit sich brachte. Trotz der Finanz- und Bankenkrise, die 2008 aus den USA zuerst in Deutschland ankam und gewisse Tourismusdestinationen schwer in Mitleidenschaft zog. Der Binnentourismus am europäischen Markt und im Besonderen in den Alpenregionen profitierte davon. Vor allem der Wellnesstourismus schien krisenresistent zu sein. Fernreisen wurden immer weniger attraktiv und der Gast verlagerte seine Urlaubsziele auf den europäischen Kontinent. Damit setzte ein unglaublicher Baumboom ein, vor allem in Österreich, Südtirol, aber auch im Süden Deutschlands. Das Kräftemessen begann über die Hardware. Die Hotels wurden immer größer, da ja die Bettenanzahl erhöht werden musste. Damals galt die Devise, quantitatives Wachstum um jeden Preis, dass da oft die Qualität auf der Strecke blieb, ist nachträglich betrachtet einleuchtend.
Der anspruchsvolle Gast, der die weißen Sandstrände der Malediven oder Seychellen gewohnt war, war trotz des Überangebots im Wellnesssegment und eines ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnisses nicht mehr so angetan. Es änderten sich auch beim Gast durch den steigenden Leistungsdruck und Alltagsstress die Bedürfnisse. Die Serviceleistungen waren in Asien auch oft besser, denn die gewaltige Kulisse eines neuen Wellnesshotels konnte nicht darüber hinwegtäuschen, das der Service entweder fehlte oder gewaltige Schwächen hatte. Aber auch die Nachfrage nach Angeboten änderte sich, denn mit dem Beginn von Wellness 2.0 mussten neue Konzepte kreiert und besser auf die individuellen Bedürfnisse der Gäste eingegangen werden. Das Zauberwort hieß jetzt „Aktive Entspannung“, man lag nicht mehr nur herum und genoss die freie Zeit, sondern wollte aktiv etwas für seine Erholung tun, denn man wollte die wenige Freizeit, die man hatte und hat ja auch sinnvoll nützen. Es sollte die Wirkung des Urlaubs auch zu Hause weiter anhalten, länger als ein, zwei Wochen.


Wellnesstherapien – Wellness 2.0

So begann man Massagen aller Art anzubieten und auch ganzheitliche Entspannung war damals in manchen Spa-Menüs schon zu lesen. Das war der Beginn der Fusionen zwischen europäischer Heilkunst in Form von Schamanismus über die Alchemisten bis hin zu Hildegard von Bingen oder Sebastian Kneipp und fernöstlicher Traditionen wie Ayurveda und Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM). Jetzt begann es, spannend zu werden, denn plötzlich tauchten europäische Formen von Thai-Massagen, Lomi Lomi Nui, Hot Stone, Fußreflexzonenmassage, Shiatsu, Tuina, Klangschalenmassage und Ayurveda auf, die mit der ursprünglichen asiatischen Ayurveda-Kur nur mehr den Namen gemeinsam hatten. Die Inhalte hatten sich sehr verändert, denn es ging ja nicht um medizinische Heilkunst, sondern um reine Entspannung. Hinzu kamen auch noch Aromatherapien und Saunarituale, die sich größter Beliebtheit erfreuten. Denn alle verbindet das Endergebnis der Entspannung, die sich wohltuend im Körper ausbreitet, egal wie sie herbeigeführt wurde. In diversen Thermen kommen natürlich auch die Hydrotherapien noch hinzu, die früher ausschließlich zu medizinischer Therapie eingesetzt wurden. An dieser Stelle ist auch anzumerken, dass der moderne Thermentourismus, der seinen Ursprung in der Kur hat, die Entwicklung im Wellness-Segment wesentlich beschleunigt hat. Denn in Zentraleuropa erlebte die Therme eine Renaissance, die bis heute ungebrochen anhält, und sich noch immer großer Beliebtheit erfreut und heute oft den Kurzurlaub ersetzt. Schnell mal weg für ein paar Stunden oder ein, zwei Tage in eine Therme, um die unterschiedlichen Formen von heißen Mineralquellen zu genießen.
Ergänzend ist hier auch nicht ganz nebenbei zu erwähnen, dass Wellness in dieser Phase nicht mehr ganz eine Domäne der Frau bleibt. Endlich beginnen auch Männer aller Altersklassen, den Wellness-Hype zu genießen und lassen sich meist doch noch immer von ihren Frauen in diese weibliche Leidenschaft entführen. Dabei sind jedoch erotische Behandlungen wie Tantra-Massagen oder die Tao-Massagen tabuisiert und werden Großteils aus dem SPA verbannt. Man darf gespannt darauf sein, wann auch dieses Tabu gebrochen wird und man ganz entspannt ein Wochenende in einem Erotik-Spa verbringen wird, um Amors Aktivitäten, die vielleicht etwas eingeschlafen sind, wieder in Gang zu bringen.

 


Erfolgsfaktoren

Die Spitzenbetriebe, die Werte von mehr als 50.000 Euro pro Zimmer erzielen:
•    Sie sind zu 85% eindeutig positioniert.
•    Haben zu 60% den Saisonschwer¬punkt im Winter.
•    Die Positionierung liegt zu 65% im Wellnessbereich.
•    10% im Bereich Medical Wellness.
•    Nur 15% der Unternehmen weisen keine deutliche Positionierung auf. Sie schöpfen jedoch ihre Ertragsstärke aus der dominanten Leistungskraft der Wintersaison.
•    Diese Betriebe weisen eine Größe von ~150 Betten auf und können für die Auslastung Zusatzeinrichtungen wie Hallen¬bad, Sauna, Seminareinrichtungen anbieten.
•    Operative Spitzenleistung stellt eine überdurchschnittliche Umsatzrentabilität.


Neue Wellnesskonzepte – Wellness 3.0

Doch abgesehen davon geht es schon lange nicht mehr nur darum, sich nach allen möglichen Regeln verwöhnen lassen. Im Zeitalter des Individualismus und auch des Narzissmus, wo sich einerseits alles um die eitle Pflege des Körpers dreht und anderseits um die achtsame sowie ganzheitliche Pflege der Seele und des Geistes, haben auch spirituelle Konzepte im Spa Einzug gehalten, die endlich auch die Psyche mit einschließen und so wirklich einen ganzheitlichen Anspruch haben. Jetzt beginnt die Herausforderung, denn erst jetzt wird es richtig anspruchsvoll, jetzt kann man sich nicht mehr hinweg mogeln und so tun, als würde man seinen Gästen ganzheitliches Wellness anbieten, denn der anspruchsvolle Gast ist weit gereist und kennt schon viele der Treatments, die heute im Einheitsbrei von Wellness angeboten werden. Doch „Instant-Wellness“ von der Stange ist immer weniger gefragt, der Gast will heute individuelle Betreuung, um seinen Körper und Geist zu optimieren, oder auch komplett aussteigen aus dem Optimierungswahnsinn. Wie das aussehen könnte, lesen Sie im Gastkommentar von Dr. Franz Linser auf Seite 20.


Innovative Betriebe & Produkte


Spannend ist es jetzt für den Gast, da er ein größere Auswahl hat und auch mit seinem persönlichen Coach heute im Hotel konkrete Ziele erarbeiten kann, die auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind. Denn nun entstehen Konzepte die, wie schon erwähnt, auch die psychische Befindlichkeit des Gastes mit einschließen und damit ungleich höhere Erfolgschancen haben bzw. Nutzen für den Kunden. Als einen der Leitbetriebe moderner Wellnesskultur kann hier unter anderem der Lanserhof angeführt werden, der sehr früh schon neue Konzepte entwickelt hat auf der Basis von Entgiftung des Körpers durch die moderne F.X.-Mayr-Medizin. Auch das Viva Mayr ist hier auf einem ähnlichen Weg, und es werden ständig mehr. Doch abgesehen von ganzheitlichen medizinischen Konzepten sind Komplementärmedizin oder fernöstliche Heilslehren wie TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und auch Ayurveda heute fixe Bestandteile in einem SPA, und es steigt auch die Professionalität. Immer innovativer werden auch Signature Treatments, die oft evidenzbasiert gesundheitsfördernde Maßnahmen in komplexe Behandlungsmethoden verpacken. Jedes Hotel entwickelt seine eigenen Behandlungen, die auf höchstem Niveau ausgeführt werden und so einem Unternehmen eine besondere Note geben. Last but not least hält auch die Technik immer mehr Einzug in die Wellnessrefugien. Hier sind Produkte hervorzuheben wie die „Swave“ von Dr. Mussmann, eine Körperschallliege die über Klangwellen den Körper zum Schwingen bringt und so die Behandlung noch effektiver macht, oder der Microsalt Micronizer von Klafs, der mikroskopisch kleine Partikel erzeugt, die eine angenehme Raumluft hervorbringen und sich über das gesamte Atemwegssystem verteilen, oder auch die Alphasphere von Sha, die schon vielfach ausgezeichnet wurde. Neu am Markt ist jetzt ein Licht-/Klang-Raum, entwickelt von Sonami, mit dem bezeichnenden Namen „Deepsea“ ein 3D-Entspannungsraum, der auch medizinisch nachweislich Herzfrequenzen, Puls und weitere Funktionen des Körpers positiv beeinflusst. Auch Kältekabinen erfreuen sich im SPA immer größerer Beleibtheit. Ein neues Konzept im SPA macht jetzt Furore in der Therme Laa, die demnächst das erste „Silent Spa“ eröffnet. Ein spezieller Ort der Ruhe und Stille, der einlädt den Alltag und den Stress loszulassen, um ganz zu sich zu kommen. Abschließend wollen wir uns auch noch mit den Potentialen des Marktes beschäftigen und Ihnen ein paar wichtige Eckdaten aufbereiten.


Gesundheitstourismus in Österreich

Um die Bedeutung der Tourismusbranche für Österreich auch nochmals zu verdeutlichen, hier ein paar Zahlen einer OECD Studie. Österreich macht mit 18,5 Mrd. US$ beim Gesamteinkommen (631,3 Mrd. US$) der OECD zwar nur 3% aus, liegt aber bei den Pro-Kopf-Einnahmen von 2.241 US$ an dritter Stelle hinter Luxemburg und Island. Diese Performance kann sich doch sehen lassen. Eine immer wichtigere Rolle spielt in der Tourismusbranche jedoch der Gesundheitstourismus.
Durch den Gesundheitstourismus wurde in Österreich 2014 alleine eine geschätzte Wertschöpfung von ca. 7,4 Mrd. Euro erzielt. Und nach Regionen gereiht liegt hier Tirol mit 2,9 Mrd. Euro an der Spitze, gefolgt von Salzburg mit 1,2 Mrd. Euro und die Steiermark mit 938 Mio. Euro. Aktuellere Zahlen liegen leider noch nicht vor. Und die Zahl der Gesamtbeschäftigten, die im Gesundheitstourismus arbeiten, beträgt ca. 135.000 Personen, davon sind ungefähr 66.000 Mitarbeiter direkt in der Branche tätig.

Der Markt wird weiter wachsen, das zeigt das steigende Gesundheitsbewusstsein wie Sie der Abb. 1 entnehmen können. Laut der Studie „Gesundheitstourismus in Österreich 2014“ der Donau Uni Krems hat nur jeder 9., sprich 11% der Gesamtbevölkerung kein Interesse am Thema Gesundheit oder Gesundheitsvorsorge. Dies bedeutet, dass große Teile der Bevölkerung für ein neues Gesundheitsdenken zu motivieren wären. Da das Gesundheitsbewusstsein jedoch bei Jugendlichen zwischen 14 und 24 relativ schlecht ausgeprägt ist, ist der Gesundheitszustand dementsprechend schlecht. Daher ist gerade hier in Zukunft sehr viel zu tun, um das Bewegungs- und Ernährungsverhalten deutlich zu verbessern. Zukünftig hat in Österreich wie auch in Deutschland jedoch das Thema „Betriebliche Gesundheitsvorsorge“ große Bedeutung. Gegenwärtig liegt hier der Schwerpunkt mehr auf der psychischen Gesundheit der Mitarbeiter. Durch Kooperationen mit gesundheitstouristischen Betrieben ließen sich hier aber neue Konzepte und Potentiale entwickeln.


Nächtigungen und Ausgaben

Die Nächtigungszahlen und auch die Ausgaben steigen, das heißt jedoch noch nicht, dass damit auch die Gewinne steigen.

Nächtigungen
Jahr  -  Absolut (in 1.000)  -  +/- in %
2006   - 119.403           + 0,1
2008   - 126.719          + 4,3%
2012  - 131.016           +4,0%
2015  - 135.201           +2,5%

Ausgaben in- und ausländischer Gäste
2006   -  29.016 (in Mio.€) 
2015    -  38.388
das bedeutet ein Plus von 5,0% gegenüber dem Vorjahr.


Die steigenden Umsätze bedeuten leider nicht, dass auch die Gewinne stiegen, da auch die Kosten und Belastungen gestiegen sind. Daher ist das Wachsen des Marktes noch immer die beste Investitionsvorsorge. Für 2016 wird mit einem Wachstum von +1,5% gerechnet, eine ähnliche Größenordnung ist auch für 2017 möglich (Ederer, 2016).  Deutschland und auch Österreich werden 2016 und 2017 nicht rascher als der Euro-Raum wachsen.
Unterstützt durch die angespannte finanzielle Lage am Kapitalmarkt, fand laut Österreichischer Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) in den letzten Jahren in der Hotellerie ein Wandel statt. „Weniger Unternehmen erzielen mehr Nächtigungen bei steigender Qualität der Angebote, und damit wird eine höhere Wertschöpfung erzielt. Laut ÖHT-Studien sind die erfolgreichsten Unternehmen jene, die sich eindeutig positionieren und die vorwiegend auf die Wintersaison setzen.“ (ÖHT) Auch hat sich die Investitionstätigkeit heute verlagert gegenüber der Vergangenheit, weg von großen Bauprojekten und Erweiterungen hin zu qualitätsverbessernden Maßnahmen. Doch das höhere Niveau hat sich bezahlt gemacht denn Die Betriebe der 4/5-Sterne-Kategorie erreichen derzeit im Durchschnitt 102 Betten und können damit auch Zusatzeinrichtungen wie Wellness- oder Seminarbereiche anbieten, so die ÖHT.
Wurde vor Jahren noch viel Geld in Wellnessanlagen investiert, geht es jetzt hauptsächlich um die Optimierung der Betriebsgröße. Dabei tragen Zusatzeinrichtungen wie Wellness- und Beautybereiche zu besserer Auslastung bei.


Gesundheitstourismus in Deutschland


Auch in Deutschland hat sich Wellness entwickelt und konzentriert sich vorwiegend im Süden, im Zentrum und im Westen. Deutschland ist vor allem ein Land der Kurzentren und Heilbäder (laut Heilbäderverband derzeit mehr als 350), und das bereits seit mehr als hundert Jahren. Dies ist auch ein Grund, weshalb die Potenziale im Gesundheitstourismus sehr hoch liegen. Die Infrastruktur ist zwar vorhanden, aber vielfach veraltet und in den letzten Jahren wurde in dem Bereich auch nicht viel getan, jedoch ist abzulesen, dass einzelne Regionen jetzt erkannt haben, welche Möglichkeiten der Kurtourismus bietet.
Nach einer Studie des Stanford Research Institute (SRI) International liegen Deutschland, Frankreich und Österreich an der Spitze und produzieren derzeit jährlich mehr als 58 Milliarden Euro an Wellnessausgaben; das bedeutet, dass beinahe 20% der gesamten Wellnessausgaben weltweit von diesen drei Ländern produziert werden (GSWS, 2014). Deutschland ist Europas leistungsfähigstes Land und repräsentiert beinahe 10% der gesamten Wellnessausgaben weltweit (GSWS, 2014).Aber nicht nur Deutschland und Österreich sind Wellness-Hotspots, auch Europa liegt weltweit an der Spitze.
„Weltweit machen Europäer jedes Jahr die meisten Wellnessreisen (Euro 149 Millionen) und belegen den zweiten Platz in puncto Reiseausgaben (Euro 115,3 Milliarden).
Europa produziert jährlich 202,7 Millionen Reisen (inländische und internationale Reisen kombiniert), was 39% der gesamten Wellnessreisen (524 Millionen Wellnessreisen) weltweit ausmacht und ist somit weltweit die größte Wellnessindustrie. Deutschland hat durchschnittlich 49,3 Millionen Reisen pro Jahr und nimmt 42,2 Milliarden US-Dollar (30,72 Milliarden Euro) jährlich ein.
Zwei von fünf Reisen, die Europäer unternehmen, ist von Wellness motiviert, wobei Deutschland im Ranking an der Spitze steht und von Frankreich, Österreich, England, Italien und der Schweiz dicht gefolgt wird (SRI, 2014), so Ingo Schweder in einem Artikel über internationalen Wellnesstourismus.
Das sind doch Zukunftsaussichten, die sich sehen lassen können, die auch weiterhin steigende Wertschöpfung im Gesundheitstourismus versprechen.


Expertenmeinung

Wir haben auch ein paar Experten zur Entwicklung des Marktes befragt und gebeten, zu unserem Jubiläum Stellung zu nehmen. Das waren die Antworten:

"spa project und Wellness World Business haben etwas gemeinsam: sie feiern beide heuer 10-jähriges Bestehen. Die Wellness Welt hat sich in dieser Zeit verändert. Die Hardware-Schlachten (immer größere Spa-Bereiche, immer pompösere Ausstattungen etc.) sind Gott sei Dank vorbei. Heute zählen Konzepte. Das Echte, das Wahre. Real Wellness, wie es die Gründerväter der Wellnessbewegung nennen würden. Die nächsten Herausforderungen stehen jedoch schon vor der Tür: haben wir genügend Mitarbeiter? Die richtigen? Ausreichend in Anzahl und Qualifikation? Wir freuen uns dass Norbert Hintermayer diese Entwicklungen und die zukünftigen Herausforderungen mit seinem Magazin Wellness World Business immer wieder kritisch begleitet und kommentiert und sehen den kommenden 10 Jahren mit Spannung entgegen."

Wilfried Dreckmann, Geschäftsführer spa project und Mensch³


„Die Wellness-Branche hat in den letzten 10 Jahren einen erheblichen Wandel durchgemacht. Während Wellness früher noch für Sauna, Spa und Massagen stand, das kurzzeitig für Entspannung sorgt, erwartet der Gast heutzutage ein deutlich fundierteres Angebot mit einer nachhaltigen Wirkung. Es ist eine Bewegung vom „Verwöhnen lassen“ hin zu einer nachhaltigen Gesundheitsprävention. Ein Trend, den man wunderbar in den letzten 10 Jahren Wellness World Business widergespiegelt sieht.“

Nils Behrens, Geschäftsführung, Lanserhof


„Wenn wir uns heute umsehen und -hören, wie unbeholfen vielerorts Gespräche mit Gästen geführt werden (wenn der Begriff überhaupt passt), dann ist es spannend, sich vorzustellen, wie die Zukunft wird. Damit beschäftige ich mich ja insbesondere unter dem Aspekt der Digitalisierung. Im Spa spricht man ungern über „Retail“ und „Verkaufen“, wenngleich die Kosmetikindustrie sich freut, wenn jemand das Thema aufgreift. Schließlich wären die Hersteller auch glücklich, wenn der Absatz im Spa steigen würde.“

Hans-Peter Urban GF, UrbanTraining
 

 

© WELLNESS WORLD Business 4/2016