Praxen von ÄrztInnen würden nach einer neuen Feldstudie von Prof. Rupert Sausgruber (Wirtschaftsuniversität Wien (WU) Department für Volkswirtschaft) PatientInnen zwar nicht ethnisch diskriminieren aufgrund der Herkunft, eine Benachteiligung entsteht jedoch über den Versicherungsstatus. Über 3.000 Praxen wurden in Deutschland für die Studie per E-Mail kontaktiert. Einige der AbsenderInnen waren privat versichert und andere gesetzlich, die Namen ließen entweder deutsche oder türkische Herkunft vermuten. Das Ergebnis zeigte, dass gesetzlich Versicherte um 25 % weniger Termine erhielten als privat Versicherte. Weiters musste um einen halben Tag länger auf einen Termin gewartet werden. Die Ethnie der Personen war interessantreweise ohne Bedeutung. Sausgruber meint, „dass der Markt der ambulanten Gesundheitsversorgung von wettbewerbsorientierten Kräften geprägt sei, die stark genug ist, um eine Diskriminierung aufgrund der Herkunft zu unterdrücken. Die Diskriminierung aufgrund des Versicherungsstatus hat jedoch großen Einfluss auf das Einkommen der ÄrztInnen.“
© WELLNESSWORLD Business 3-4 / 2020





