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Internationale Fachmesse für Naturkosmetik

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Ort: NürnbergMesse

Information & Anmeldung: www.biofach.de


European HEALTH & SPA AWARD 2019

Auszeichnung für die Besten! 
Am Juni 2019

Eine unabhängige Jury hat nach einem zweistufigen Verfahren die besten europäischen Spas, Thermen, Day Spas, Kuranstalten, Medical Spas, Treatments und innovativsten Produkte ausgewählt.
Informationen zu den Nominierten und Gewinnern von 2018 unter www.health-spa-award.com


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Oktober 2018

Das SpaCamp, Ideenwerkstatt für Spa- und Wellnessunternehmen
Weitere Informationen, Anmeldung unter www.spacamp.net


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Internationale Fachmesse für Schwimmbad, Sauna und Spa mit Kongress für das Badewesen
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Baubiologisch gesund bauen!

Gesund bauen, aber wie? Da die Materie doch etwas komplexer ist, wollen wir Ihnen hier einen genaueren Einblick in die vielfältige Welt der Baubiologie und des ökologischen Bauens geben. Eine Welt, die bei genauerer Betrachtung gar nicht so kompliziert ist, wenn man weiß, was zu tun ist und was vermieden werden sollte.

Holz und Naturstein gehören zu baubiologisch gesunden Materialien. © Hannes Pacheiner

Bauen mit Materialien, die für das Wohnbefinden der Menschen geeignet sind. © Schabus Möbelbau GmbH

Die Bauökologie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Gebäude und Umwelt. © Biohotel Daberer GmbH

In der Baubiologie geht es um Ordnung und Harmonie in unserer Umwelt. © Hotel Larimar/Bernhard Bergmann

"Beim Bauen steht die Umweltverträglichkeit im Vordergrund, während es bei der Baubiologie um die Gesundheit des Menschen geht." - Architekt DI Dr. Herwig Ronacher, von Architekten Ronacher ZT © Architekten Ronacher

Nicht zwingend höhere Kosten - doch dabei ein gesundes und wohltuendes Wohn- und Arbeitsumfeld. © Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit

Unverträglichkeiten und Allergien boomen und man fragt sich: Woher kommt das alles? Sind es Umweltfaktoren, ist es die höhere Sensibilität des Menschen oder sind es psychische Faktoren? Erforscht werden heute alle Bereiche, daher kann man auch sagen, dass die Psyche wie auch die Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Wir wollen uns diesmal mehr den Umweltfaktoren, sprich den Baumaterialien widmen. Wir haben uns schon am Anfang des Jahres in der Ausgabe 1/2017 mit „Wellness-Architektur“ beschäftigt und wollen jetzt einen genaueren Blick auf die Materialien richten, die für ein gesundes Raumklima sorgen. Denn der Gast von heute achtet auch auf diese Dinge. Menschen, die in einem ökologischen Niedrigenergiehaus leben, wollen sich im Urlaub nicht mit belastetem Material umgeben. Detox bedeutet ja auch, sich nicht nur vom inneren Müll zu befreien, sondern auch vom äußeren.

Baubiologie: Was ist das?

Zuerst ist es wichtig, auf die Beschaffenheit der Stoffe, die fürs Bauen verwendet werden, zu achten und zu definieren, was eine gesunde Baubiologie überhaupt bedeutet. Dazu haben wir einige Experten, die seit Jahren ökologisches Bauen erforschen, befragt. Ing. Herbert Rupitsch, Baubiologe aus Rosenheim definiert es so: „Die Baubiologie ist ganzheitlich und nicht nur auf ein Haus begrenzt. Es geht um Bau- und Siedlungskultur und um Ordnung und Harmonie in unserer Umwelt. Es geht auch darum, unseren nächsten Generationen ein gesundes Umfeld zu hinterlassen, in welchem nicht alle Ressourcen bereits verbraucht sind und nur noch Zivilisationskrankheiten hinterlassen werden. Das Thema Baubiologie ist auch vernetzt mit Umweltmedizin.“ Architekt DI Dr. Herwig Ronacher, von Architekten Ronacher ZT aus Österreich beschreibt es etwas anders: „Baubiologisch hochwertig zu bauen, bedeutet die Errichtung von Bauwerken mit umweltfreundlichen und schadstoffminimierten Bauteilen unter Verwendung von möglichst naturnahen Baustoffen. Es geht darum, dass Materialen zum Einsatz kommen, welche für das Wohlbefinden der Menschen geeignet sind.“
Ökologische Baubiologie führt uns damit zweifelsohne immer zum Thema Gesundheit und da schließt sich der Kreis für Wellness-Unternehmen. Wellness ist ein Konzept, das Gesundheit fördert, deshalb sollten hochwertige Architektur und die Art und Weise, wie gebaut wird, zusammenstimmen, um Gesundheit nachhaltig zu stimulieren. Daher macht es Sinn, nicht nur schick zu bauen, sondern die Umwelt und die Materialien mit einzubeziehen. Beim ökologisch gesunden Bauen steht für Ronacher, wie schon erwähnt, „die Gesamtheit der Umweltverträglichkeit im Vordergrund, während es bei der Baubiologie um die Gesundheit des Menschen geht“. Ein weiterer interessanter Aspekt ist laut Rupitsch: „Zur Ökologie gehört auch das ökosoziale Bauen und eine ökosozial orientierte Bau- und Siedlungskultur, welche Gesundheit schafft und erhält, auch in seelisch-psychischen Bereichen.“ Das ist etwas, womit man sich neuerdings auch in der Wellness-Branche beschäftigt. Stichwort Wellness-Architektur oder Wellness-Communities. Daher kann es für ein Wellness-Unternehmen nie egal sein, mit welchen Materialien man baut. Barbara Bauer vom IBO (Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie) bringt es auf den Punkt: „Baubiologie ist die Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Gebäude, Bauökologie hingegen ist die von den Wechselwirkungen zwischen Gebäude und Umwelt.“ In der Bauökologie wird vor allem auf den Lebenszyklus von Baustoffen und Gebäuden geachtet, und es werden schadstoff- und emissionsarme Bauprodukte verwendet. Biozide sollte man so weit wie möglich vermeiden. Darüber hinaus sind haptische, akustische, ästhetische, kurz: auf die Sinne wirkende Qualitäten wichtig.

 


Baubiologisch gesunde Baumaterialien

Holz
Lehm- oder gebrannte Tonziegel
Naturstein
Stroh
Schilf
Organische Dämmstoffe aus Holzspänen, Baumrinde, Wiesengras, Schaf- und Baumwolle oder auch Flachs und Hanf
Anorganischer Dämmstoff: Steinwolle (künstliche Mineralfasern – KMF)
Holz-Lehm-Dämmung
Naturputze (Lehm-, Kalk- und Zementputze)
Schadstoffgeprüfte Baustoffe
Naturfarben (Silikatfarbe), Naturharz-Dispersionsfarbe und Lehmfarbe
Bodenbelege aus Kork, Linoleum und Holz
Info dazu auch unter www.natureplus-database.org


Ist ökologisch aber auch immer gesund?

Interessant ist, dass ökologische bzw. energieeffiziente Bauten nicht immer gesund sein müssen. Ist zwar scheinbar widersprüchlich, aber in der Regel nicht zwingend notwendig, dass solche Bauten baubiologisch hochwertig ausgestattet sind. Oft wird am falschen Platz gespart und bei den Baumaterialien liegt doch einiges an Einsparungspotential. Doch wer billig baut, baut teuer, da Sanierungskosten meist sehr rasch an- und hoch ausfallen. Barbara Bauer meint allerdings, „wenn Ökologie in all seinen Facetten (Herstellung, Transporte, Nutzung, Entsorgung) ernst genommen wird, dann ist ökologisches Bauen auch gesundes Bauen.“ Das macht es so wichtig, sich schon während der Planung mit der Materie ausführlicher zu beschäftigen ,damit später nicht herbe Überraschungen auftauchen.

Worauf achten bei der Planung?

Zum einen sind, wie schon erwähnt, die Materialien bedeutend, und zum anderen natürlich auch die Energie. Aber auch das Design der Strukturen und der Einrichtungen sollte eventuell etwas zeitloser sein und nicht jedem Trend folgen. Denn Bauer betont, „wenn wegen des Erlebnishungers alle 5 Jahre die Einrichtung samt Innenausstattung getauscht wird, obwohl technisch keine Notwendigkeit besteht, dann kann das nur schwerlich ökologisch sein. Obwohl es die Chance in sich birgt, Materialien aus einem natürlichen Kreislauf (ohne Kunststoffzusätze) zu nehmen und wieder zu integrieren, wie etwa Lehmputze, Teppiche aus Naturfasern oder Ähnliches.“ Im Spa ist jedoch auch zusätzlich auf die strengen Hygieneanforderungen zu achten, die klarerweise resistente und pflegeleichte Materialien verlangen. Hilfreich sind dabei auch die Webseiten www.baubook.info und www.klimaaktiv.at. „Gäste von Spas oder Wellness-Hotels wissen es sehr zu schätzen, wenn sie sich in einem baubiologischen Ambiente erholen können. Einen guten Überblick kann man sich mit unseren ‚25 Grundregeln der Baubiologie‘ holen“, erklärt Geschäftsführer Winfried Schneider vom IBN (Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit). Planungshilfen finden Sie auch auf www.wecobis.de, weitere informative Links in den Infoboxen.


Gesunde Baumaterialien

„Klassiker wie Lehm, Kalk und Holz in weitestgehend naturbelassenem Zustand entsprechen baubiologischen Grundsätzen. Stärker modifizierte Bauprodukte sollten genau geprüft werden,“ meint Bauer vom IBO. Beispiele finden Sie dazu auf www.natureplus-database.org. Auch Naturstein, Stroh und Schilf sind Produkte, die selten, aber doch Verwendung finden. Im Mauerwerk werden meist Tonziegel einsetzt, aber immer mehr auch Holz oder Lehm, da er die Luftfeuchtigkeit ausgezeichnet ausgleicht. Lehmputz erzeugt ein angenehmes Raumklima ähnlich wie auch Kalk- und Zementputze. Diese Materialien wirken diffusionsoffen oder dampfdurchlässig. Das Gegenteil geschieht bei „filmbildenden“ Oberflächen wie Dispersions- und Latexfarbe. Baubiologisch empfehlenswert sind lösemittelfreie Silikat-, Lehm-, Leim-, Kalk- und Naturharz-Dispersionsfarben.
Wesentlich zur Innenraumatmosphäre tragen Bodenbelege bei. Materialien wie Holz oder Kork sind nachwachsende Rohstoffe, aber auch Naturstein und Linoleum (Leinsamen der Flachspflanze, Baumharzen, Jutegewebe, Holz-, Korkmehl, Kalksteinpulver) stellen Wohlfühlmaterialien dar. Linoleum darf nur als 100 % baubiologisches Produkt bezeichnet werden, wenn es unbehandelte ist und nach dem Verlegen mit Emulsionen aus Naturwachsen versiegelt wird. Das gilt auch bei anderen Bodenbelegen wie Holz, die ebenfalls nur mit Öl und nicht mit schädlichen Lacken versiegelt werden sollten.
Ökologische Innenraum-Dämmstoffe reichen von Holzfaserplatten über exotische Produkte wie Wiesengras, Jute-, Flachs-, Kork- und Hanf-Dämmung bis hin zu den Zelluloseflocken, die am Markt sehr beliebt sind.
Bedauerlich ist aber, dass in Bauprodukten immer öfter Kunststoffe mit Additiven wie Bioziden oder Flammschutzmittel eingesetzt werden. Diese synthetischen Substanzen sind oft auch für die Anwender völlig unbekannt und sorgen für hohe Risiken, da deren Wirkung auf den Menschen nicht immer genau erforscht ist. Diese besonders besorgniserregenden Stoffe werden mit SVHC (substances of very high concern) bezeichnet. Die KMR-Substanzen (krebserregend, mutagen, reproduktionstoxisch) sollten am europäischen Markt nach und nach durch andere, weniger gefährliche Stoffe ersetzt werden. In der REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) der EU-Chemikalienverordnung werden diese Stoffe genau aufgelistet. Leider sind giftige Zusatzstoffe in Baumaterialien immer noch Realität, das ist genau der Grund, weshalb es so wichtig ist, bewusst und ökologisch zu bauen.

 


Kritische Baustoffe sind:

PU-Bauschäume
Mineralfaser-Dämmstoffe (Steinwolle, Glaswolle)
PVC- (Polyvinylchlorid) oder Laminat-Bodenbeläge
Kunstfaserteppiche
Lösemittelhaltige Farben und Kleber
REA-Gipsplatten
Gipsputz
Immer die RAL-Gütezeichen-Kriterien beachten!


Heiztechnik & Haustechnik

Um das Raumklima zu verbessern und eine angenehme Wohnatmosphäre zu schaffen, ist natürlich auch Technik notwendig, wobei es gut ist, wenn der Gast davon nichts merkt oder sie nur reduziert eingesetzt wird. „Bei der Haustechnik, im Speziellen bei der Beheizung, gab es zumindest in den von uns geplanten und errichteten Gebäuden, eine klare Abwehr von fossilen Brennstoffen hin zu Biomasse und Wärmepumpe“, erklärt Ronacher. Erfordert das aufwendige technologische Lösungen? „Wenig Technik ist preiswerter, aber es gibt auch gute Argumente für Hightech bzw. eine umfassendere haustechnische Ausrüstung. Auch diese lässt sich nach baubiologischen Kriterien umsetzen. Damit man ein gutes Raumklima erzielt, den Elektrosmog bestmöglich reduziert oder auch das Trinkwasser eine optimale Qualität hat“, so Baubiologe Schneider.

Kosten

Ein wichtiger Faktor, der immer wieder gegen baubiologisches Bauen angeführt wird, sind die Kosten, doch das ist oft auch nur ein Vorurteil. „Baubiologisches Bauen ist im Kern entgeltlich günstiger, aber aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen wird auf die Qualität geachtet, daher entstehen Kosten, die etwa 10 % höher sind. Die dadurch verursachten Mehrkosten amortisieren sich in der Regel innerhalb von ca. 15 Jahren. Langfristig hat man Kostenvorteile und obendrauf ein gesundes und wohltuendes Wohn- und Arbeitsumfeld“, meint Schneider vom IBN. Wenn man jedoch reine Holzlösungen anstrebt, ohne Holzleim und Klebestoffen, mit gedübelten Massivholzwänden, können die Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Wand- und Deckenaufbauten das Doppelte betragen. Leider bauen viele Hotels aber noch immer sehr billig in Stahlbeton: kunststoffbasierte Dämmungen, PVC-Fenster, kunststoffbeschichtete Möbel, verklebte Kunstfaserteppiche, massive Elektrosmogbelastungen, trockene Luft und dazu Bettwäsche aus Kunstfasern. Dass sich der Gast hier nicht regenerieren kann, darf dann aber auch nicht überraschen.

 


Hilfreiche Links:


www.baubiologie.de
www.ibo.at
www.baubiologie.or.at
www.hausderbaubiologie.at
www.baubiologie.at
www.wecobis.de
www.natureplus-database.org
www.baubook.info
sbm.baubiologie.de
www.klimaaktiv.at
nachhaltiges-bauen.de
www.biokugel.com
www.architekten-ronacher.at
www.larimarhotel.at


Sanierung und Erneuerung

Oft sind auch nach wenigen Jahren Sanierungen notwendig, die enorme Mehrkosten verursachen. Denn zahlreiche Studien belegen bereits die Wechselwirkung zwischen Mensch und den Materialien oder dem umgebenden Raumklima. Das bestätigt der Hotelier Johann Haberl, des Larimar in Stegersbach, der im ganzen Haus geölte Holzböden hat, da Teppichböden auch nicht so langlebig und zusätzlich unhygienisch sind. Es empfiehlt sich aber, vor einer Sanierung Baubiologen zu konsultieren, um alle Details vorab zu besprechen, damit bei Problemen rasch die für Sie richtige Lösung umgesetzt werden kann.

 

© WELLNESS WORLD Business 4/2017